damals...
1868 errrichtet als Wollgarnfärberei Breslauer und Meyer
In einer
Senatsbroschüre wird erwähnt, das die vierstöckigen Fabrikgebäude von Carl Lüdecke errichtet wurden.
Gemeint ist sicherlich, das er diese entworfen hat. Er selber hat vermutlich nicht einen Stein auf den anderen gesetzt...
1873 Umwandlung der Firma in die "Berliner Velvetfabrik AG"
Dannach zog die Velvetfabrik Mengers ein
Am 18.Juli 1873 verunglücken der Feuerwehrmann Müller, der Brandmeister Otto Stahl und der Oberfeuermann Wendelburg bei einem Einsatz in der Fabrik
Auf der Ehrentafel der Berliner Feuerwehr (
www.berliner-feuerwehr.de/fileadmin/bfw/dokumente/Download/Diverses/ehrentafel.pdf ) lautet der Einsatz auf den 31.Juli 1883.
Dabei wird erwähnt, das der Feuerwehrmann Müller von einem herabstürzendem Gesims erschlagen wurde, die beiden andern Feuerwehrleute bei dem Versuch sich aus dem Fenster in den Hof zu retten, verunglückten.
Das Luisenstädtische Heimatbuch von 1927 weiß zu berichten:
"Mit dem wirtschaftlichen Aufschwunge in der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts kam auch die Velvetindustrie zur Blüte, in dem die Samte und Plüsche (bis dahin Luxusartikel) allgemeine Bedarfsartikel wurden.
Es ist daß Verdienst Mengers, auf diesem Gebiet bahnbrechend geworden zu sein. Mengers hatte als Leiter der mechanischen Weberei in Hannover/Linden um 1850 die Herstellung von Baumwollsamtgeweben eingeführt. Im Jahre 1873 gründete er die Berliner Velvetfabrik in Form einer Aktiengesellschaft.
Sie ging jedoch bald wieder in seinen eigenen Besitz über. Die Fabrik entwickelte sich zu einer erstaunlichen Höhe, in Schwibus entstand eine Zweigfabrik und in beiden wurden vor Kriegsbeginn etwa 200 Arbeiter beschäftigt. Auch in Frankreich schuf die Firma Mengers in jenen Jahren eine Fabrik, sie wurde aber ein Opfer des Weltkrieges.
1915 starb der Begründer dieser Unternehmen im Alter von 91 Jahren. Seine beiden Söhne traten das Erbe an und führten das Werk durch schwere Zeitläufe hindurch.
Während des Krieges mußte Sie, wie viele andere Unternehmungen, auch ihren Betrieb zeitweilig einstellen. Erst 1919 konnte die Arbeit wieder allmählich fortgesetzt werden.
Bis heute hat sie wieder den Stand von 1500 Arbeitern erreicht.
1923 wurde das Unternehmen wieder in seine ursprüngliche Form einer Aktiengesellschaft zurückverwandelt.
Die Fabrikate der Gesellschaft erweisen einen solchen Grad an Vollkommenheit, daß dieselben von allen Sachverständigen des In - und Auslandes als erstklassig anerkannt werden. Es gibt wohl kein Land auf der Erde, daß nicht von der Berliner Velvetfabrik beliefert wird.
Nach wirtschaftlichen Gesetzen durchdacht und ausgebaut besitzt der Betrieb eigene Buchbinderei und - Druckerei; in eigener Schlosserei werden viele Arbeitsmaschinen selbst gebaut und Maschinenschäden repariert.
Auch eine vollständige Tischlerei und Brettschneiderei, eine Klempnerei und eine Elektrowerkstatt sowie besondere Kartonagen -und Kistenfabrik sind vorhanden.
So ist die Firma bei ihrer hohen technischen Entwicklung im Stande, die Güte ihrer Produkte zu gewährleisten."
Ende 1926 erwarb die Gesellschaft Mechanische Weberei zu Linden die Aktienmehrheit der Berliner Velvetfabrik M. Mengers & Söhne, Berlin. 1941 wurde diese liquidiert.
Ende des 1900 Jahrhundert betrieb der Fabrikbesitzer Jacques Meyer neben dem Königlichen Proviantamt auch die Velvetfabrik.
"Als Berlin nach dem Krieg mit Frankreich von den Milliarden der französischen Kriegsentschädigung profitierte und einen schnellen Bevölkerungszuwachs von durchschnittlich 40000 Köpfen im Jahr verbuchen konnte, fanden die Zuzügler zwar Arbeit und Lohn in der gewaltig aufblühenden Schwerindustrie, doch keine Wohnungen."
Jacques Meyer erkannte dies und ließ 1873/74 im Wedding auf 5000m² eine 6 Höfe umfassende Mietskaseren errichten, bei der in 300 Wohnungen ca. 2000 Bewohner zusammengepfercht leben mussten. (Quelle:
www.berlin.am)
Im zweiten Weltkrieg:
befindet sich neben einer Gold- und Silberschmiede auch die
BERLINER FÄRBEREI UND DRUCKEREI R. WOLFF KG. Berlin SO 36, Köpenicker Str. 18-20.
Spätestens 1942 Lager für "60 Zivilrussen"
Nach dem Kriege hatten hier viele kleine Firmen ihren Sitz. So auch wieder eine Schlosserei.
Die Firma Sala Druck nutzte die Gebäude.
Um 1980 wurde das Grundstück von der Umzugsfirma ZAPF genutzt, die später auf das größere Grundstück Köpenicker Straße 14 umzog
Auch eine Gerüstbaufirma war hier bis 2008 ansässig.
heute:
Denkmalgerecht saniert 2008 bis 2009 durch die Nicolas Berggruen Holdings GmbH,
befindet sich seit 2009 (laut Senatsbroschüre seit Oktober 2008) hier das Wohnmagazin Exil, daß seinen ursprünglichen Standort in der Yorckstraße aufgegeben hat.
www.exil-wohnmagazin.de
Beschreibung zum Mediaspreegebiet